Biografie

Minas Borboudakis wurde 1974 in Heraklion auf Kreta geboren, wo Georgios Kaloutsis 1985 seine pianistische und musiktheoretische Ausbildung übernahm. 1992 wechselte Borboudakis nach München, um seine Studien bei Olaf Dressler (Klavier) und Wilfried Hiller (Komposition) sowie bei Urszula Mitrenga-Wagner (Klavier) fortzusetzen. Später vervollkommnete er sich kompositorisch bei Peter Michael Hamel in Hamburg und besuchte Meisterklassen von Luciano Berio, George Crumb und Wolfgang Rihm, außerdem Meisterkurse der Pianisten Rudolf Kehrer und Aleksej Nasedkin.

Borboudakis wurde u. a. durch ein Stipendium der Internationalen Sommerakademie der Universität Mozarteum Salzburg (2000), das Tübinger Kompositionsstipendium (2003), den Bayerischen Staatsförderpreis für Musik (2004) und einen Aufenthalt in der Cité Internationale des Arts in Paris (2007) gefördert und für seine Kompositionen mehrfach ausgezeichnet, darunter 2002 mit dem 3. Preis beim Internationalen Günter Bialas-Kompositionswettbewerb (für Krámata), 2005 mit dem Rodion Shchedrin-Kammermusikpreis (für Choróchronos I und Σ – Cassiopeia) und 2008 mit dem Preis der Christoph und Stephan Kaske-Stiftung für sein kompositorisches und künstlerisches Schaffen. 2002 war Borboudakis auf Einladung von Gidon Kremer »Composer in Residence« des Internationalen Kammermusikfestes Lockenhaus und 2007 beim les muséiques Festival in Basel.
 
Zu den Interpreten und Auftraggebern seiner Werke gehören renommierte Klangkörper wie das Symphonieorchester und das Rundfunkorchester des Bayerischen Rundfunks, das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, das Rundfunksinfonieorchester Saarbrücken des Saarländischen Rundfunks, das Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, das Tonhalle Orchester Zürich, das Athens State Orchestra (KOA) oder herausragende Ensembles (Ensemble Modern, Kremerata Baltica, Münchener Kammerorchester, Singer Pur, Österreichisches Ensemble für Neue Musik, Camerata Athen), Solisten (Peter Sadlo, Johannes Moser, Andreas Skouras, Alice Sara Ott) und Dirigenten (Johannes Kalitzke, Tito Ceccherini, Vassilis Christopoulos, Constantinos Carydis, Carl St. Clair) sowie Institutionen und Festivals wie die Bayerische Staatsoper, der Deutschlandfunk, les muséiques, der MDR Musiksommer, die Kasseler Musiktage, die Klangspuren Schwaz und die Münchner Biennale. 2007 kam mit liebe. nur liebe bei den Münchener Opernfestspielen der Bayerischen Staatsoper unter Kent Nagano sein erstes Bühnenwerk zur Uraufführung.
 
Neben seiner kompositorischen Arbeit und der Veranstaltung von Kompositions-Workshops konzertiert Borboudakis regelmäßig als Pianist und Dirigent sowohl eigener Werke als auch neuer Musik des 20. und 21. Jahrhunderts (u. a. beim »Forum Neue Musik« des Deutschlandfunks und in der Reihe »XX/XXI – Neue Kammermusik« der Bayerischen Staatsoper), deren Verbreitung er sich intensiv widmet.
 
Zentrale Momente seiner von Mikrotonalität, perkussiven Timbres und glissandierenden Klängen durchzogenen Kompositionen sind die Beschäftigung mit Zeit und Raum und die Auseinandersetzung mit antiker Philosophie, Literatur und Mythologie sowie mit naturwissenschaftlich-kosmologischen Fragen. Die Einbeziehung antiker Tonsysteme und altgriechischer rhythmischer Muster prägen seine einem starken rhythmischen Impuls unterworfene Musik ebenso wie das Experimentieren mit elektronischen Klängen, ihr unmittelbarer Einfluss auf die Gestaltung des akustischen Materials und die Verschmelzung der beiden klanglichen Ebenen.
 
Minas Borboudakis lebt und arbeitet als freischaffender Komponist und Pianist in München.
 

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